Grundlagen der Typografie

Grundlagen der Typografie Beitragsbild. Es wurde ein aufgeschlagenes Buch fotografiert.

Gute Typografie macht keine Geräusche beim Lesen

Was ist Typografie eigentlich? Hinter dem Begriff verbergen sich eine Vielzahl von Definitionen, die bedingt durch den gesellschaftlichen und technischen Wandel an Gültigkeit und Bedeutung verloren haben.

Heute verstehen wir unter „Typografie“ zunächst Gestaltung mit Schrift. Man könnte es auch „die Lehre des Gestaltens mit Schrift“ nennen. Wobei auch dies keine allgemein gültige Definition ist. Um mal auf den Punkt zu kommen: Typografie verfolgt das Ziel, eine optimale Lesbarkeit und die Wirkung des Textes zu erhöhen. Die Kunst hierbei, ist der richtige Umgang mit typografischen Gestaltungselementen wie Linien, Flächen und Bilder. Auch wenn der schöpferisch-kreative Spielraum groß ist, gilt es doch bestimmte Richtlinien einzuhalten.

Mikro- und Makrotypographie

Mikrotypografie

Mit Mikrotypografie (oder auch Detailtypografie) wird die Gestaltung des Schriftsatzes und auch deren Anwendung beschrieben. Dazu gehört unter anderem: Der Schriftentwurf und die Typometrie (Architektur, Geometrie) der Schriftzeichen.

Makrotypografie

Die Makrotypographie (Layout) beschreibt den optischen Gesamtkomplex der Gestaltung bzw. Anordnung von Schriftsatzarbeiten auf einer Druck- oder Webseite. Hier werden zum Beispiel der Druck- und Satzspiegel, Mengenverhältnisse zwischen Bild und Text bestimmt.

Was ist gute Typografie?

Für mich ist ein harmonisches Erscheinungsbild, aber auch ein spannungsvoller Aufbau des Schriftbildes die Grundlage für ein gutes Design. Die Schrift selbst, aber vor allem die wohlüberlegte Anordnung sind also die Grundpfeiler guter Typografie. Die schönste Schrift verliert jegliche Wirkung wenn die Anordung ungeschickt gewählt wird. Hat man damit noch nicht viel Erfahrung gibt es gewisse „Richtlinien“, an denen man sich orientieren kann:

  1. Eine symmetrische (axiale) Anordnung vermittelt Gleichheit und Ebenmaß. Eine asymmetrische (anaxiale) Anordnung hingegen wirkt eigenwillig und freier.
  2. Zeilenbreiten, Zeilengruppen und Papierformat müssen in einem harmonischen Verhältnis zueinander stehen. Diese Aufteilung ist vom optischen und vom metrischen (z.B. Goldener Schnitt) Standpunkt zu beurteilen. Letzten Endes ist der optische Eindruck jedoch der wichtigere.
  3. Weniger ist mehr!

Gute Typografie muss natürlich optimal auf die Zielgruppe, die (Werbe-) Aussage und das End-Produkt ausgerichtet sein. Es bringt schließlich nichts wenn, beispielsweise die Broschüre für eine Kirchgemeinde in kleiner, unleserlicher Schrift im Graffiti-Style gesetzt wird. Dies muss vorher also unbedingt bedacht werden. Passt letztendlich alles zusammen und ist das Produkt „rund“ ist jeder Kunde schnell überzeugt und kommt auch gerne wieder.
Auch die richtige Anwendung muss bedacht werden. Schriften, die für einen bestimmten Zweck entwickelt wurden, sollten auch dafür benutzt werden! Ein gutes Beispiel hierfür ist die „Frutiger“ von Adrian Frutiger. Diese Schrift wurde für die optimale Lesbarkeit aus weiter Distanz entwickelt. Also ideal für Plakate und Schilder! Trotzdem wird sie immer wieder in langen Fliesstexten verwendet, ja ganzen Bücher wurden sogar damit geschrieben.

Ihr merkt, man kann einiges falsch machen. Demnächst werden weitere Grundlagen und Anwendungtipps folgen.

Wer nicht so lange warten möchte, für den habe ich noch einen Buchtipp: →Erfreuliche Drucksachen durch gute Typografie von Jan Tschochold.

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