Semiotik – die Lehre der Zeichen

Semiotik - die Lehre der Zeichen. Hier zu sehen sind ein Index, ein Symbol, sowie ein Icon.

Die Semiotik gilt als die Lehre der Zeichen, beziehungsweise die Lehre von Kennzeichen. Man macht ja wirklich aus allem eine Wissenschaft, doch ist diese eine doch sehr spannende, wenn man sich etwas näher damit befasst. Gerade wenn man alltägliche Dinge näher beleuchtet, sowie lernt wie diese funktionieren kann man einiges besser verstehen, da sich neue Wege offenbaren. Der Mediengestalter muss sich mit der Semiotik auskennen, damit er diese anwenden, oder zumindest dadurch seine eigenen Werke besser erläutern kann.

Die Semiotik wird in drei Teilbereiche aufgeteilt: der Syntax, der Semantik, sowie der Pragmatik.

Die Teilbereiche der Semiotik

Wie bereits erwähnt wurde teilt sich die Semiotik in die Bereiche Syntax, Semantik, sowie Pragmatik auf. Da die Semiotik den ganzen Prozess einer codierten Verschlüsselung beinhaltet sind dies somit die einzelnen Phasen, oder auch Bereiche wie wir diese verschlüsselte Nachricht decodieren, also entschlüsseln. Dies geschieht so blitzschnell in unserem Gehirn, dass uns diese Schritte trivial vorkommen, gerade wenn es darum geht, diese zu analysieren.

Die Syntax

Die Syntax (lat. Syntax, Gefüge) beschäftigt sich mit der äußeren Form eines Zeichens. Schon hier wird das zuvor ergriffene „trivial“ erklärt, da hier jeder einzelne Schritt zur Erfassung eines Zeichens aufgezählt werden muss, was unser Gehirn blitzschnell bereits interpretiert hat. Hier wird beschrieben in welcher Form das Zeichen steht und wie es gemacht wurde. Dabei darf auf jeden Fall noch nicht interpretiert werden.

Mit der Syntax beschreibt man das Zeichen, als würde man dies einem Blinden erklären, der auch noch nie etwas in der Art gesehen, oder angefasst hat. Wenn nun aus Linien ein Flügel angedeutet wurde, darf man nicht sagen, dass dies ein Flügel ist. Man beschreibt die Anzahl, die Anordnung, die Strichstärke, die Linienführung usw. ohne zu sagen, was es letzten Endes ergibt. Hierbei wird haargenau beschrieben was man sieht, wobei man am besten von Außen nach Innen beschreibt. So fängt man beispielsweise bei der Beschreibung eines Stop-Schilds mit dem Achteck an, welches eine weiße Konturlinie aufweist, sowie innerhalb ein deckendes, kräftiges Rot den Hintergrund ausfüllt – und so weiter.

Was ist zu sehen, was erkennt man?

( z.B. Form, Farbe, Textur, Struktur.. )

Die Semantik

Die Semantik beschreibt den Prozess der Interpretation des gesehenen Zeichens. So werden in diesem Schritt die Striche, die ich oben als Beispiel nannte als Flügel erkannt, sowie mit dem Rest in einen Zusammenhang gebracht. An dieser Stelle wird die Bedeutung des Zeichens, sowie dessen Zusammenhang zu einem realen Objekt festgelegt. Die drei verschiedenen Beziehungen vom Zeichen zum realen Objekt lassen sich in Icon, Index, sowie Symbol unterteilen.

Was ist zu sehen, beziehungsweise wahrzunehmen?

Beziehungen von Zeichen zum realen Objekt

Es gibt auf der einen Seite das Icon, welches ein Abbild der Wirklichkeit darstellt. Auf der anderen Seite gibt es das Symbol, welches für etwas stehen kann (siehe Kreuz für das Christentum/Religion). Zuletzt gibt es noch den Index, welches ein Hinweis darstellt. Ein Index ist immer richtungsweisend. Im folgenden werden diese drei Arten noch einmal aufgegriffen und beispielhaft aufgeführt.

Hier muss auf jeden Fall genannt werden, wofür das jeweilige Zeichen steht. So kann ein abstrahierter Papagei, der mit gespreizten Flügeln nach rechts fliegt für Leichtigkeit, Farbenvielfalt, tropische Länder, sowie Unbeschwertheit stehen.

Das Icon

Das Icon, oder auch Ikon zeigt stets die Wirklichkeit und steht für das, was es zeigt. Die häufigste Verwendung von einem Icon findet man auf Bedienungselementen, wie die einer Webseite, oder eines Betriebssystems. So steht ein Brief für das E-Maildienstprogramm, oder der Papierkorb wird immer aussehen, wie ein Papierkorb. Es zeigt direkt, was es bedeutet, dadurch ist es selbsterklärend und muss nicht erst erlernt werden.

Das Symbol

Ein Symbol ist schon komplizierter, da es für etwas anderes steht, als das was es zeigt. So ist es, dass das Kreuz nicht für ein Kreuz steht, sondern einen viel größeren Begriff innehält: es steht für das Christentum allgemein, aber auch für die Kreuzigung Jesu, sowie für Heiligkeit und die Kirche. So steht auch das Ying-Yang für Gut und Böse, oder die Zeichen der Geschlechter sind allen bekannt. Doch die Bedeutung muss erst erlernt werden und sind nicht selbsterklärend.

Der Index

Das Index ist richtungsweisend. Am einfachsten ist es mit Verkehrs-, oder Notausgangszeichen zu vergleichen. Warnhinweise, die zwar auch für etwas stehen, jedoch nur ein kleiner Hinweis sind und nur bedingt die Wirklichkeit zeigen. Warnschilder zeigen häufig die Gefahr, die zum Beispiel von einer Chemikalie ausgehen. Es gibt quasi nur ein Indiez für die Wirklichkeit und zeigt die Beziehung. So kann Rauch für Feuer stehen.

Die Pragmatik

Die Pragmatik beschäftigt sich mit den Beziehungen, die der Nutzer zu dem Zeichen aufbaut. Demnach geht es um die Wirkung des Zeichens auf den Betrachter. Bei einem Warnhinweis über einen Feuerlöscher ist die Pragmatik, dass der Nutzer dieses Zeichen zu der jeweiligen Stelle geht, um einen Feuerlöscher zu holen. Es geht ziemlich mit einer Aktion einher. Die Pragmatik eines Icons für ein E-Mailpostfachs ist, dass der Nutzer dieses anklickt, um seine E-Mails abzurufen.

Was wird ausgesagt? Was ist die Aussage des Senders?

(z.B. hier ist ein Feuerlöscher)

Mit der Semiotik entschlüsselt man Schritt für Schritt die Codierung, sowie Decodierung eines Zeichens. Man untersucht schrittweise die Machart des Zeichens durch die verwendeten Mittel, um das Gesamtbild, sowie die Bedeutung des Zeichens in Beziehung zu einem realen Objekt und dessen Wirkung, oder wofür es steht. Im letzten Schritt wird ein Fazit gezogen, was diese codierte Nachricht überhaupt bedeuten soll. Das alles sind Prozesse, die blitzschnell in unserem Gehirn passieren, ohne dass wir es wirklich mitbekommen, weswegen ich anfänglich schrieb, dass dieser Prozess einem ziemlich „trivial“ vorkommen könnte. Doch nach einer semiotischen Analyse eines Zeichens kann man genauer begründen, warum ein Zeichen für die beabsichtige Nachricht geeignet ist, oder eher weniger.

1 Kommentar

  1. Vielen Dank für die gut verständliche Zusammenfassung! Steck gerade in der Prüfungsvorbereitung und das hat mir sehr geholfen 🙂

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