Plakatgestaltung

Eine Holzbox mit einem Schild wo drauf steht: Wegen einer Veranstaltung sind wir nur am Montag hier!

Weniger ist mehr…!

Die Plakatgestaltung befolgt einige wichtige Regeln, die unbedingt zu beachten sind, damit die Werbebotschaft optimal übermittelt werden kann. Wie im ersten Satz erwähnt, sollte man darauf achten, dass das Plakat nicht zu überladen ist, da es innerhalb weniger Sekunden erfassbar sein muss. Es gilt demnach je weniger Elemente ein Plakat aufweist, desto besser. Grundsätzlich folgt ein Plakat den Regeln des →AIDA-Prinzips. Im Folgenden werden einige Bereich erwähnt, die zu einer optimalen Plakatgestaltung führen.

der Anfang der Plakatgestaltung

Wie bei Allem was man gestalten möchte, sollte man mit einem Blatt Papier beginnen, denn hier beginnt die Kreativität. In einem Computerprogramm ist man zu sehr an einige Regeln gebunden, die einem den Blick für das Wesentliche verschließen. Doch auf einem Blatt Papier ist der Gestalter frei! Hier kann er sich genau überlegen, welche feststehenden Textbereiche er hat und diese grob einzeichnen. Außerdem kann sich schon Gedanken zu einem Motiv machen, ohne sich Gedanken machen zu müssen, wie man diese umsetzen kann. Hier kann man noch leicht Änderungen vornehmen, oder ganze Entwürfe leicht verwerfen, ohne viel Zeit verschwendet zu haben.

An dieser Stelle sollte man jedoch niemals den Zweck und die Zielgruppe des Plakates / der Werbekampagne aus den Augen verlieren!

Der Baukasten der Plakatgestaltung

An sich besteht ein Plakat aus folgenden drei wichtigen Elementen: einem Bild, oder eine interessante Grafik, Text und Farben. Diese müssen miteinander harmonieren und ein einheitliches Gesamtbild ergeben. Damit man die erste Stufe des AIDA-Prinzips erreicht, muss der Blick des vorbeilaufenden Menschens eingefangen werden. Dies erreicht man ganz leicht durch interessante, aufregende, oder ganz individuelle Bilder. An dieser Stelle stimmt der Grundsatz, dass ein Bild mehr sagt als tausend Worte. Denn nur wenn der Betrachter sich mit dem Thema beschäftigt und sich das Plakat ansieht, kann man sein Interesse (zweite Stufe) wecken, sodass sich dieser die Textelemente näher ansieht. Hier hätte man schon viel gewonnen, denn wenn sich der Betrachter durch das Gesamtbild angesprochen fühlt, weckt man das Verlangen (Desire, dritte Stufe) und führt zwangsläufig zur Aktion (action, letzte Stufe), nämlich dass der Betrachter dieses Plakats in den Laden geht und sich exakt dieses Produkt kauft. Natürlich gilt dieses Prinzip auch für nicht-wirtschaftliche Werbung, wie z.B. für eine Kampagne gegen Aids, dass man Kondome tragen sollte. Hierbei wäre einfach nur die Action, dass man Kondome verwendet. Bei Propaganda wäre dies, dass man die umworbene Partei wählt.

Das richtige Motiv für die Plakatgestaltung

Beim Bildmotiv verbirgt sich die nächste wichtige Regel: das Motiv sollte mindestens 15-20% der gesamten Fläche des Plakats einnehmen, kleiner Motive würden verschwinden, oder kaum wahrgenommen werden. Sie erhalten weniger Bedeutung für den Betrachter, jedoch ist es extrem wichtig, dass der Eye-Catcher signifikant wirkt und den Betrachter als erstes auffällt. Jedoch sollte beachtet werden, dass das Motiv nicht so groß ist, wie eine etwaige Headline. Dies würde zu einer optischen Langeweile führen.

Neben der Größe des Bildmotivs sollte man sich auch genau überlegen, was man als Motiv wählt. Wenn man für ein bestimmtes Konzert werben möchte liegt es nahe, dass man ein typisches Motiv dafür aussucht. Ein headbangender Gitarrist würde sofort ein Rockkonzert assoziieren. Der Betrachter weiß sofort worum es geht.

Außerdem ist ein wesentlicher Bestandteil des richtigen Motives ist die Perspektive. Es gehört zum Gesamtkonzept eines Plakates, da das Plakat aus jedem erdenklichen Blickwinkel gleich wirken muss. Ein interessanter Bildausschnitt einer bestimmten Eigenschhaft der zu werbenden Sache kann deutlich mehr Wirkung erzielen, als das gesamte Objekt. So kann das Logo eines Klavierherstellers mit einer geringen →Schärfentiefe mehr Blicke einfangen, als das gesamte Klavier.

Positionierung des Motivs und eines Logos

Sollte das Bildmotiv nicht die gesamte Fläche des Plakats einnehmen, sollte man es möglichst mittig positionieren, damit es wichtiger wirkt und als Blickfang dient. Dies gilt natürlich nur für reine Werbeplakate. Künstlerisch attraktivere Plakatgestaltung kann natürlich andere Positionierungen beinhalten, da Ausnahmen die Regel bestätigen. Denn hier gilt: Der Gesamteindruck eines Plakates ist wichtig. Ein Logo wird standartmäßig unten rechts positioniert, da man von oben links nach unten rechts schaut. Außerdem kann ein Plakat auch in Magazinen, oder anderen Zeitschriften ganzseitig gedruckt werden und an dieser Stelle (unten rechts) schaut mal zuletzt hin, weil man an dieser Stelle umblättert.

Motivwahl in der Plakatgestaltung

Es liegt auf der Hand, dass das Motiv ziemlich eindeutig zum werbenden Objekt/Sache gewählt werden sollte. So ist weiße Wäsche, die an der Wäscheleine hängt ideal für Waschmittel, oder Instrumente für ein Konzert. Mit den Instrumenten kann man auch schon die Musikrichtung andeuten.

Menschen, oder eher gesagt Gesichter fangen leichter unseren Blick ein, da dies zu unseren Instinkten gehört. Wir mussten in den frühen Tagen der Menschheit Gesichter schnell erkennen und daran festlegen, ob wir einen Freund, oder einen Feind vor uns haben. Dies ist heute nicht mehr ganz der Fall, aber dies macht man sich in der Werbung zunutze.

Text in der Plakatgestaltung

„Ein Plakat ist kein Flyer und auch kein Buch“

Man sollte sich bei Text in der Plakatgestaltung auf das Wesentliche beschränken, da zuviel Text nicht beachtet wird, oder Desinteresse auslöst. Die wichtigsten Aussagen sollten darauf stehen und nicht mehr! Je mehr Text auf dem Plakat steht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die wichtigen Aussagen in den Hintergrund rücken, oder erst gar nicht beachtet werden. Man sollte stets daran denken, dass ein Plakat innerhalb weniger Sekunden zu erfassen sein muss. Man sollte also sich auf die Headline und die wichtigsten Fragen beschränken: Wer, Was, Wo und wieviel es kosten würde. Alles was über sieben Sekunden für die Erfassung geht, ist zuviel.

Typografie bei der Plakatgestaltung

Die richtige Schriftgröße ist extrem wichtig bei der Plakatgestaltung. Die Hauptbotschaft sollte mindestens 5% der Plakathöhe ausmachen. Ein klares Schriftbild ist besonders wichtig, weswegen sich hier eine →serifenlose Linearantiqua, oder eine →serifenbetonte Linearantiqua empfiehlt. Beide haben ein deutliches, kräftiges Schriftbild und sind besonders plakativ. Schnörkelige Schriften sind nicht zu empfehlen, da diese nicht leicht zu erfassen sind. Die wichtigsten Textelemente sollten stets in der Nähe des Hauptmotivs stehen. Die Headline steht gewohnheitsgemäß weit oben, doch dies ist nicht zwingend notwendig. Wie auch bei der Position des Bildmotivs: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Serifenlose Linear-Antiqua

Serifenbetonte Linear-Antiqua

Farben und Kontraste

Man sollte auf gute Kontraste achten, damit sich die einzelnen Elemente voneinander abheben können und auch einzelne Elemente leicht zu erkennen sind. Komplementärkontraste könnten zu Flimmerkontrasten führen, was das Plakat als insgesamt sehr unruhig wirken lassen könnte. Als bestes Beispiel dient hier grüner Text auf rotem Hintergrund: dies würde definitiv auffallen, jedoch negativ empfunden werden. Jedoch sind schwache Kontraste auch nicht zu empfehlen, da Text, oder andere wichtige Elemente verschwinden könnten. Zum Beispiel gelber Text auf weißem Hintergrund. Sind Hausfarben einer bestimmten Firma, Marke, oder des Produkts vorgegeben, sollte man sich natürlich an diese halten.

Fazit: Bei der Plakatgestaltung gibt es ein paar Regeln, an die man sich halten sollte, aber nicht zwingend muss. Es obliegt allein der Kreatitivität des Gestalters dies anhand der Werbemaßnahme zu entscheiden.

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