Zuhause

Zuhause – es ist nicht nur eine Ortsangabe, sondern es beschreibt auch ein Gefühl. Die Ortsangabe ist wohl ziemlich die einfachste Art und Weise, das Wort an sich zu beschreiben. Man nennt einfach das derzeitige Domizil. Es ist faktisch und klar definiert, denn es hat eine Adresse, man kann beschreiben was sich darin und darum befindet, was man bezahlt und wie es aussieht. Es ist, wie bereits gesagt, die „einfache“ Variante Zuhause zu beschreiben. Der Mensch mag es einfach und warum irgendwas verkomplizieren, wenn es doch abgeklärt ist.

Doch mir reicht das nicht.

Konstrukt des Gefühls „Zuhause“

Das Gefühl „Zuhause“ ist nichts was man einfach mit Farben, Formen, Kosten und Angaben der Ortschaft und Lage beschreiben, da es etwas ganz spezielles ist. Wer nach Hause fährt, der fährt nicht gleich nach Hause, weil er dort wohnt, denn das Zuhause könnte ganz woanders sein. Zuhause ist auch nicht gleich da, wo man willkommen ist, denn dann hätten viele ein richtiges Zuhause. Man merkt, dass es mir deutlich schwer fällt zum Punkt zu kommen, doch könnte ich mich wohl möglich missverständlich ausdrücken, so hätte dieser Artikel versagt. Was ich sagen will ist, dass ein Zuhause ein Gefühl von Geborgenheit, Vollkommenheit, Wärme, Liebe ist. Wo man gerne sein möchte, da wo es einen hinzieht. So ist auch das Gehen von diesem Zuhause schwerer, als das eines Domizils, welches man behaust. Vermutlich lesen die meisten schon gar nicht mehr weiter, doch ich hoffe dass es wenige gibt, die mich verstehen und dieses Gefühl kennen.

Es ist ein ständiger Sog, der einen zu genau diesem einen Ort hin zieht und unnachgiebig an einem zerrt. Ein ständiger Windsog, der nur zum Erliegen kommt, wenn man an dem besagten Ort ist. Dieses Zuhause ist das Ziel jeder Reise, der Grund jeder Arbeit und jeden Tropfen Blut im Kampf wert.

Wenn man zulange fort ist, so stirbt man. Denn dieser Sog nimmt alles mit, was einen angetrieben hat, nimmt einem die Kraft, die Farbe, die Wärme aus dem Leben…

So kann es auch sein, dass ein Zuhause jeder Ort ist, an dem die Person ist, die man liebt…demnach kann auch der Tod eines Tages zum Zuhause werden, in welchem man seinen Frieden findet.

Dies bedeutet nicht, dass mein Zuhause schon ein so dramatisches Ziel gefunden hat. Nein vielmehr wird es immer kälter und wünsche mir mein Zuhause zurück…

Ich will wissen, wo euer Zuhause ist. Schreibt es in die Kommentare – ich bin gespannt!

2 Kommentare

  1. Hör auf genau das zu schreiben was ich denke, das macht mir Angst 😮
    „It’s like being homesick for a place that doesn’t even exist“ (Gardenstate)- eins meiner Lieblingszitate(und allein dafür liebe ich den Film) und irgendwie passt es genau hierzu.
    Heimweh hat man nicht zwingend nach einem Ort, einem „plastischen“ zuhause, es ist viel mehr ein Zerren an Herz und Seele. Eine Sehnsucht nach einem Platz, an dem man einfach man selbst sein kann, an dem man die innere Balance halten kann ohne sich verbiegen zu müssen. Und solch ein „Ort“ ist nicht räumlich begrenzt, ein solcher Ort entsteht durch das Zusammensein mit Menschen, die man liebt, durch Erinnerunge – einfach durchs Leben selbst.
    Daher ist mein zuhause wohl immer da, wo genau diese Dinge zusammentreffen.

  2. Mein „zuhause“ hast du schon sehr passend beschrieben, es ist da, wo ich mich geborgen, verstanden und geliebt fühle. Und vielleicht ist es irgendwann die eine Person, mit der ich vielleicht in der Hölle lande und mich trotzdem zuhause fühle.
    Für mich ist „zuhause“ das Gefühl „angekommen zu sein“. Nicht nur körperlich, sondern auch seelisch.

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