Museum der Fotografie Görlitz

Das Museum der Fotografie in Görlitz Nach langer Zeit melde ich mich mal wieder mit einem Artikel zurück. Am Freitag dem 09.03.2012 bin ich zufälligerweise auf das Museum der Fotografie Görlitz gestoßen. Vorab sollte vielleicht erwähnt werden, dass die Region um Görlitz von jedem Fotografen mal besucht werden sollte, da ich persönlich selten eine so interessante Stadt mit sehr viel Geschichte gesehen habe. Außerdem fällt in der Architektur vor allem eins auf: manche Gebäude wurden in verschiedenen Stilen errichtet, da Görlitz das eine oder andere Mal gebrannt hat und deshalb diese stilistischen Unterschiede in einem Gebäude vereint werden konnten.

Nun zu unserem Museum der Fotografie:
Sehen wir mal von dem Aufbau und der Technik der Webseite ab, da diese offensichtlich der reinen Informationsübermittlung dient und gehen direkt zum Verein und meiner persönlichen Erfahrung mit diesem.

Als ich das Museum im Internet gefunden hatte, musste ich leider feststellen,
dass dieses zu meiner Zeit in Görlitz leider nicht geöffnet hat. Da aber mein Interesse geweckt war, wagte ich es per E-Mail anzufragen, ob sich nichts einrichten ließe, dass ich das Museum doch besuchen könne. Zu meinem Erstauen erhielt ich eine Zusage, dass am Freitag um 15 Uhr das Museum für mich geöffnet sei. Dies ist schon sehr lobenswert und deswegen spare ich mir auch nicht den angemessenen Dank.

Selten habe ich eine so umfangreiche Sammlung an (verdammt) gut erhaltenen Kameras jeder Art gesehen. Das erste was mir bisher noch unbekannt war: die Stereokamera. Diese nimmt zwei Fotos gleichzeitig auf und durch eine fernglasartige Konstruktion betrachtet man dann die Fotos. Da die Fotos leicht versetzt voneinander aufgenommen werden und man durch die Konstruktion blickt, wird im Gehirn ein Bild zusammengesetzt, welches einen dreidimensionalen Effekt hat.

Zudem war mir nicht bewusst, dass Görlitz um 1900 neben Berlin und Dresden der bedeutendste Ort in Deutschland für die aufkommende Fotoindustrie war.

Reprokamera aus GörlitzMinetta Minikamera Absolut umgehauen hat mich die dort ausgestellte 3.50m lange Reprokamera (siehe Abbildung). Ich denke es ist verständlich, dass in einer Zeit in der fast ausschließlich nur noch digital fotografiert wird und die Kameras immer kleiner werden und in allen möglichen Geräten mit verbaut werden, einen ein solches „Katapult“ einer Kamera fassungslos macht und begeistert

Doch nicht nur die großen Objekte haben mein Interesse geweckt. Es befanden sich auch einige enorm kleine und vor allem FUNKTIONSTÜCHTIGE analoge Kameras dort. Ich hatte ernsthaft nicht wirklich damit gerechnet, dass man mir auf meine Frage hin sagen würde, dass diese Minikameras auch tatsächlich funktionieren würden. Dementsprechend entgleisten mir die Gesichtszüge, als man mir genau das sagte. An vielen kleinen Kameras hingen auch die entsprechenden Rollfilme dran. Insgesamt hatten diese Kameras etwas von einem Schlüsselanhänger.

Zusammenfassend muss man sagen, dass ich wirklich begeistert von der dortigen Ausstellung war – was man doch hoffentlich auch herauslesen kann – und bedanke mich bei dem Verein, dass mir die Türen extra geöffnet wurden und mir die hier in diesem Artikel verwendeten Bilder zur Verfügung gestellt haben. Jeder, der sich für Fotografie und Fototechnik interessiert, sollte dem Museum der Fotografie in Görlitz definitiv einen Besuch abstatten!

1 Kommentar

  1. Interessanter Artikel, hatte ja schon vorher mündlich vom Museum gehört und möchte nun auch sehr gerne selbst dahin! Stark, was Leute so zusammenstellen und z.T. noch nebenbei bzw. ehrenamtlich auf die Reihe bekommen. Danke für den Bericht!
    Klar sollten Foto-Interessierte überhaupt nach Görlitz fahren, u.a. wegen der großartigen Architektur: (hier einige Beispiele)
    http://www.mdr.de/damals/archiv/bildergalerie4522.html

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