Fotografie gegen Gewalt

Gewalt macht keine Freunde Projekt Fotografie gegen Gewalt
Gewalt macht keine Freunde - Fotografie zum Thema Gewalt

Während meiner Ausbildung zum gestaltungstechnischen Assistenten gab es an meiner derzeitigen Berufsschule eine Projektwoche mit dem Thema „Anti-Gewalt“. Die gestaltungstechnischen & die Informationstechnischen Assistenten wurden damit beauftragt, durch verschiedene kreative Arbeiten, oder informativen Vorträgen, sowie Statistiken ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen. Da gerade an Schulen Gewalt immer Thema war, über das gesprochen werden sollte und zu dieser Zeit vermehrt diverse Amokläufe durch die Medien gingen, wurde dieses Thema den Schülern nah gebracht.

Selbstverständlich durfte mein Beitrag dazu nicht fehlen und so kam es, dass ich folgende Fotografien konzipierte und umsetzte:

Gewalt macht keine Freunde

Diese Fotografie zeigt einen jungen Mann, der in seiner Schule auf einer Treppe sitzt. Die Haltung deutet auf allgemeine Traurigkeit hin, welche hier durch Gewalt ausgelöst wurde. Außerdem sind seine Füße und Beine eng an den Körper gedrängt, was zu einer natürlichen Schutzhaltung führt, um sich von der Außenwelt abzutrennen. Der junge Mann sitzt alleine auf der Treppe, was seine Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit unterstreicht. Die Fotografie gegen Gewalt wurde zusätzlich sehr dunkel und grau gehalten, um die Lebenfreude die durch Farben vermittelt wird zu entziehen. Aufgrund der inneren Unruhe, die der junge Mann erleiden muss, wurde die Fotografie gegen Gewalt mit einer kaum wahrnehmbaren Unschärfe versehen. Die vorhandenen Konturen verziehen sich an einigen Stellen und dadurch scheint die Umgebung zu vibrieren. Dadurch werden die Gefühle von Wut und Trauer auf die Umgebung projiziert.

Gewalt macht keine Freunde Projekt Fotografie gegen Gewalt Der Titel „Gewalt macht keine Freunde“ wurde eindeutig und als Erklärung gewählt. Denn einmal in diese Rolle des Opfers gerutscht, gelingt es den meisten nicht wieder aus ihrer Trauer, oder Schüchternheit zu finden. Doch was die meisten Täter nicht mehr mitbekommen, ist die dargestellte Szene. Denn zumeist geschehen diese Taten, um eine Art von reuelosen Ruhm zu erhaschen. Es wird als „Spaß“ deklariert, doch für die Folgen interessieren sich die Wenigsten. Denn die, die in die Opferrolle schlüpfen, wollen ihr Gesicht wahren und verziehen sich den Blicken anderer.

Diese Fotografie gegen Gewalt soll eindeutig schocken und als Warnung fungieren, dass es wirklich nichts gibt, was Gewalt gegenüber anderer Menschen rechtfertigt.

Im Original für die Ausstellung zierte noch der Schriftzug „Gewalt macht keine Freunde“ die Fotografie. Der Schrift wurde neben dem jungen Mann auf die Treppen platziert. Jedoch finde ich diese heute nicht mehr so schön, da sie das Gesamtbild stört und von der eigentlichen Szene ablenkt.

Im Zuge dessen, dass ich einen typisches Opferbild zeigte, wollte ich mit folgender Fotografie eine Hypothese aufgreifen, die einen Jugendlichen als Täter zeigt.

Im wahren Leben gibt es keinen „Neustart“

Der eigentliche Titel dieser Fotografie gegen Gewalt lautete „Im wahren Leben gibt es keinen ‚Reset’“, was nur symbolisieren soll, dass man für seine Taten verantwortlich ist und diese unwiderruflich sind. Auf dem Bild sehen wir den vorherigen Opfertyp, der nun möglicherweise als Täter fungieren könnte, da dieser mit einer Schere hinter seinem Rücken sich einer Gruppe Mitschüler nähert, die die vermeintlichen Täter in der vorherigen Fotografie darstellen könnten. Doch der Titel dieser Fotografie greift quasi schon in das Geschehen ein, indem es eine Warnung ausspricht, die im Gewissen des Täters auftaucht. Denn die Taten in der Realität sind unwiderruflich und man hat keine Chance, nochmal alles auf „Anfang“ zu setzen.

Im wahren Leben gibt es keinen Neustart Projekt Fotografie gegen Gewalt

Diese beiden Fotografien zeigen einen scheinbar hoffnungslosen Kreislauf. Jeder kennt das Sprichwort „Wir ernten, was wir sähen“, und dies kann man auf die Fotografien gegen Gewalt anwenden. Gewalttaten führen möglicherweise zu mehr Gewalt und dies kann sich vermutlich immer weiter steigern, bis zu unwiderruflichen Fehlern, da jemand ernsthaft zu Schaden kam. Man gewinnt nichts dabei, denn Erfolgserlebnisse mit denen man sich wirklich schmücken kann, sind die, die dem Wohl vieler dienen.

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