Schärfentiefe

Eine Aufnahme von Frankfurt. Durch die geringe Schärfentiefe, wirkt dieses Bild so, als sei die Stadt aus Spielzeug

Als Schärfentiefe bezeichnet man den in einer Fotografie scharf wirkenden Bereich. Dieser erstreckt sich innerhalb zweier Ebenen, die je nach Blendeneinstellung und der scharf eingestellten Distanz zum Fokuspunkt variabel kürzer, oder länger wird. Klingt im ersten Moment eventuell komisch, da man sich die →Schärfe in der Fotografie in diesem Fall als zwei Ebenen vorstellen muss, die man je nach Einstellung nach vorne, oder hinten verschieben kann und der Bereich dazwischen auch sehr variabel ist. Doch im Folgenden wird erklärt, wie sich die Schärfentiefe je nach Situation verändert und wie man diese errechnen kann.

Schärfentiefe beeinflussen

Portrait einer jungen Frau, die mit einer weit geöffneten Blende fotografiert wurdeDie Schärfentiefe wird durch ein paar Faktoren beeinflusst, die im wesentlichen für die Bildgestaltung beachtet werden können/sollten. Als wichtigstes Werkzeug für die Beeinflussung der Schärfentiefe sollte die Blende angesehen werden, da diese durch ihre Öffnung den Radius des Zerstreuungskreises beeinflusst und dadurch den Bereich, in dem die Lichtstrahlen auf der Filmebene gebündelt werden (Brennpunkt) vom scharf eingestellten Objekt vergrößert, oder verkleinert wird. Man stelle sich vor, man fotografiert mit einer Blende f2.8 und möchte eine Person portraitieren. Nun stellt man auf die Augen scharf und der Bereich, in dem die Schärfe liegt befinden sich nur wenige Zentimeter – nämlich von der Nasenspitze, bis zu den Ohren. Alles weitere davor, oder dahinter wird unscharf. Man stellt sich genau diesen Bereich einfach als zwei Ebenen vor, die man nach vorn, oder hinten schieben kann. Zu merken ist: je näher man sich selbst einem Objekt, das zu fotografieren gilt befindet, desto kleiner ist der Schärfentiefen Bereich. Je weiter das Objekt weg befindet, auf welches man scharf stellt, desto größer ist der Schärfentiefen Bereich.
eine analog fotografierte Katze im Feld Bei einer größeren Blende, wie beispielsweise Blende f8 wird der Schärfentiefen Bereich deutlich vergrößert, da durch die kleinere Öffnung der Zerstreuungskreis in einem weiteren Bereich kleiner wird und somit ein vielfaches mehr, als scharf empfunden wird.

kleine Spielerei mit der Schärfentiefe

Erstaunlich fand ich persönlich, dass man eben mit der Schärfentiefe diverse Eindrücke beim Betrachter hinterlassen kann, ohne dass dieser überhaupt mitbekommt wie das passiert, oder was ihn dazu veranlasst etwas falsches zu glauben. Durch einen kleinen Schärfentiefen Bereich hat der Mensch den Eindruck, dass etwas aus nächster Nähe fotografiert wurde und demnach sehr klein im Verhältnis zum Fotografen ist. So kann durch eine durch Fachkamera, oder einem Tilt-Shift Objektiv (naja, oder halt eben Photoshop) der Schärfentiefenbereich im Bild so beeinflusst werden, dass der Eindruck erweckt wird, dass eine Stadt wie eine Spielzeugeisenbahn-Landschaft wirkt.

Eine Aufnahme von Frankfurt. Durch die geringe Schärfentiefe, wirkt dieses Bild so, als sei die Stadt aus Spielzeug

Hier ist eine Aufnahme von Frankfurt, welche ich von einem Hochhaus aus geschossen habe. Der Eindruck ist hier tatsächlich, als hätte ich eine Modell-Landschaft fotografiert, da unterbewusst die geringe Schärfentiefe wahrgenommen wird und von unserem Gehirn interpretiert wird, als sei dies keine Aufnahme einer realen Stadt, da der Schärfentiefen Bereich viel höher sein müsste, als in dieser Aufnahme.

Hyperfokale Distanz

Wenn man auf die sogenannte Hyperfokale Distanz scharf stellt erstreckt sich der Schärfentiefe Bereich von diesem Punkt aus (rein theoretisch) bis ins Unendliche in eine akzeptablen Schärfe. Dies ist relativ nützlich, wenn man sich dies einmal für seine Kamera Ausrüstung durchgerechnet hat, da man dann beispielsweise bei einem Konzert, oder als Pressefotograf seine Kamera über eine größere Menschenmenge halten kann und sich sicher sein kann, dass die Fotos scharf werden.

Hyperfokale Distanz berechnen

Um die Hyperfokale Distanz berechnen zu können, brauch man ein wenig Input: nämlich muss das Verständnis für →die Blende, sowie die →Schärfe in der Fotografie gegeben sein.

Die Hyperfokale Distanz errechnet sich durch folgende Werte:

f = Brennweite
Z = Zerstreuungskreis (siehe: Zerstreuungskreis berechnen)
k = Blendenzahl (siehe: Blendenreihe)

dh steht hier für die Hyperfokale Distanz:

dh = ( f² / k * Z ) + f

Beispiel der Berechnung der Hyperfokalen Distanz

Man nehme an, man hat eine analoge Kleinbild Spiegelreflexkamera, oder eine vollformatige digitale Spiegelreflexkamera mit einem 50mm Festbrennweite Objektiv. Der Belichtungsmesser gibt an, dass man bei dem sonnigen Wetter mit einer Blende 8 fotografieren kann (ISO und Verschlusszeit sind für diese Berechnung unerheblich, aber gehen wir davon aus, dass die ISO bei 100 und die Verschlusszeit bei 1/250 sek liegt).

dh = ( 50² / 8 * 0.0288444102 ) + 50
dh = ( 2500 / 0,2307552816 ) + 50
dh = ( 10833,988208918204886713197553958 ) + 50
dh = 10883,988208918204886713197553958 mm
dh = 10,883988208918204886713197553958 m

Also ist hier die hyperfokale Distanz bei 10,9 m. Wenn man auf diese Distanz seinen Schärfepunkt setzt, ist das Bild von 2/3 der Distanz bis zu diesem Punkt bis ins Unendliche scharf.

Schärfentiefe berechnen

Doch für alle, die sich die Schärfentiefe berechnen lassen wollen, habe ich einen Schärfentiefe Rechner geschrieben, welcher hier benutzt werden kann.
Alternativ kann man die Seite Schärfentiefe Rechner besuchen und diesen direkt verwenden.

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