Einführung in die Fotografie

In der Vergangenheit häuften sich die Anfragen auf eine Einführung in die Fotografie. Es ist auch eine Weile her, wo ich Schulungen darüber gehalten habe, um den Leuten zu erklären, wie sie mit ihrer Kamera umzugehen haben, beziehungsweise wie das Foto im Grunde entsteht. Die einfache Antwort hier drauf wäre: „Ich drücke auf den Knopf – so entsteht das Foto“, doch ist dies nur in der digitalen Fotografie möglich. Es ist wahr, dass ein Foto entsteht, wenn man auf „den Knopf“ drückt, doch ob es dann auch das Foto ist, welches man sich vorgestellt hat, sind dann doch zwei paar Schuhe.

Es gibt mehrere Faktoren, die ein Foto ausmachen und nur drei können wir direkt an der Kamera (gehen wir von einer Festbrennweite aus) selbst bestimmen: die →Belichtungszeit, die →Lichtempfindlichkeit und die →Blende.

Infografik Belichtung Fotografie das Verhältnis von ISO, Belichtungszeit und Blende
das Verhältnis von ISO, Belichtungszeit und Blende

Natürlich gibt es noch viele weitere Faktoren, z.B. wie die Kamera gehalten wird etc. doch will ich hier niemanden mit Wasserfällen an Informationen übergießen. Die drei genannten Faktoren bestimmen in erster Linie die Belichtung des Fotos und haben etwas mit Bildqualität und Schärfe zu tun. In nächster Zeit werden weitere Unterseiten erscheinen, die die einzelnen Faktoren erklären, da dieser Artikel nur zur Vorbereitung mit ein paar Randinformationen dienen soll.

Das Prinzip der Fotografie

Im Grunde wurde das Prinzip der Fotografie schon früh entdeckt. Die sogenannte Camera Obscura bedeutet zu deutsch „Dunkle Kammer“, was es an sich auch nichts anderes ist. Frühe Landschaftsmalereien sehen sehr oft fotografisch aus, da diese es auch sind. Hierzu hatte man sich einen Holzkasten gebaut, welcher vorne über ein sehr kleines Loch verfügte. Die Lichtstrahlen, die eindrangen wurden auf einen Spiegel gelenkt, welcher schräg nach oben auf eine Mattscheibe gerichtet wurde. Auf der Mattscheibe wurde die Umgebung vor der Camera Obscura projiziert. Da die Lichtstrahlen von unten nach oben und von oben nach unten in die dunkle Kammer eintreten, ist das projizierte Bild spiegelverkehrt. Die Künstler haben in vielen Fällen gemogelt, da diese nur noch abmalen mussten, was die Mattscheibe ihnen zeigte. Doch diese Fotografien waren trotzdem nur Malereien, die nicht automatisiert und noch von Hand geschaffen wurde. Es musste ein lichtempfindliches Material her, welches die auftreffenden Lichtstrahlen festhalten.

Die erste bekannte Fotografie

Die erste bekannte Fotografie, die mit solch einem Material erschaffen wurde stammt von Joseph Nicéphore Niépce (Advokat, * 07.03.1765, gestorben 05.07.1833). Dieser konnte mithilfe der Camera Obscura eine kurzzeitige Fotografie auf Chlorsilberpapier erstellen, welche er aber nicht fixieren konnte. 1826 experimentierte Niépce mit der Camera Obscura und einer chemischen Substanz aus lichtempfindlichen Asphalt. Der verwendete Asphalt wird unter Lichteinwirkungen hart und wurde mit Lavendelöl entwickelt. Zu sehen ist offensichtlich ein Blick aus seinem Arbeitszimmer mit Blick auf ein paar Dächer seiner Geburtsstadt Chalon-sur-Saône.

Seither entwickelte sich die Fotografie rasant weiter. Offensichtlich war es vor einigen Jahren noch hochkompliziert ein Foto zu erstellen, was aber zunehmend leichter geworden ist. Wie oben schon erwähnt wurde, muss man nur noch „auf den Knopf“ drücken. Doch die Technik, die dies realisiert muss sich an die Prinzipien der Fotografie halten. Wer noch analog fotografiert, der muss dies noch manuell einstellen. Doch dadurch hat man alle Möglichkeiten offen, die einem die Kamera heutzutage abnimmt. Demnach sind viele Fotos nur ein Zufallsprodukt der dahintersteckenden Technik. Doch das reicht mir nicht – deswegen gehe ich nach und nach auf die einzelnen Bereiche ein und beantworte gerne eure Fragen, die ihr mir in die Kommentare schreiben könnt.

1 Kommentar

  1. Hallo Herr Wehberg!
    Woran arbeiten Sie gerade?!
    Denn ich kann es kaum erwarten weitere Artikel zu lesen. Ich verschlinge sie geradezu. Als Anfänger der Fotografie fühle ich mich auf dieser Site bestens aufgehoben. Wunderbare und verständliche Erklärungen zu den Basics – gemischt mit fundiertem Fachwissen.
    Weiter so!

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