Abschlussprüfung Mediengestalter: Theorie

Bild eines Zeichnenden, der konzentriert über einem Blatt Papier arbeitet.

Doomsday für viele angehende Mediengestalter Digital und Print. Heute wurden die Theorieprüfungen abgelegt und dadurch ein schier endloser Lernmarathon beendet. Mit diesem Beitrag würde ich gerne meine persönlichen Erfahrungen bezüglich dieser Prüfung teilen.

Nach 15 Jahren Schulzeit darf man davon ausgehen, dass ich schon einige Prüfung habe ablegen müssen. Vor ca. zwei Jahren war die größte die für meinen Berufsabschluss zum staatlich geprüften Gestaltungstechnischen Assistenten. Aus dieser ist mir vor Allem die acht Stunden lange praktische Berufsabschlussprüfung im Gedächtnis hängen geblieben. In diesen acht Stunden mussten wir ein Logo vektorisieren, einen Flyer, ein Werbeplakat, sowie eine Webseite (die auch in HTML/CSS geschrieben werden musste) erstellen. Dazu musste das Logo in 3D animiert werden und ein kleiner Flashfilm erstellt werden. Kurz gesagt: ein Bad in eiskaltem Wasser wäre angenehmer gewesen. An die fachtheoretischen Prüfung kann ich mich eher weniger erinnern, weswegen diese wohl auch nicht so schlimm gewesen sein können. Neben diesen wurden noch die Prüfungen für das Fachabi geschrieben, die aber durchaus ohne großen Lernmarathon vor der Prüfung zu schaffen waren.

nur angekratzt

In meinem bisherigen Werdegang habe ich nie viel aktiv lernen müssen und das meiste aus dem Unterricht behalten können, sodass das Durchlesen der jeweiligen Themen wirklich ausgereicht hat. Doch dann begann die Ausbildung zum Mediengestalter. Meine Erfahrung hierbei, die ich auch aus den Gesprächen mit anderen Mediengestaltern geführt hatte ist, dass der Anspruch an einen Mediengestalter enorm hoch angesetzt ist und die ganzen fachtheoretischen Kenntnisse, die man eigentlich erwerben müsste nicht innerhalb von drei Jahren zu lernen sind, zumal sich die wenigsten Betriebe an den Ausbildungsplan halten. Viele haben ihre Schwerpunkte in einem gewissen Teilbereich, jedoch wird das breit gefächerte Spektrum weitesgehend nur angekratzt.

Die Prüfungsangst

Deswegen war die Angst vor dieser Prüfung sehr hoch. Als die Themen raus kamen bin ich erst einmal im Dreieck gesprungen, weil mir einige Themen lagen, andere eher weniger. Problem hierbei ist nur, dass bei Themen wie „medienneutrale Daten“ alles und auch gleichzeitig nichts gefragt werden könnte. Genauso ging es mit der Tiefe der Themen. Viele die eher den Schwerpunkt Print haben, taten sich natürlich bei Themen wie „XML„, „SQL“, oder „HTML5 Struktur“ echt schwer, da sie damit nur wenig in Berührung kommen. Schon vor Monaten begann deswegen der Lernmarathon. Ich kaufte einiges an Fachlektüre, sowie prüfungsvorbereitende Lernkarten.

Ein ähnliches Prüfungsverhältnis hat man hier:

Man ist nicht allein

Erstaunlich fand ich den Zusammenschluss einiger Mediengestalter (über 1.600), die zusammen eine online Lerngruppe gestartet haben und ihr Wissen in einen Topf geworfen haben, sodass keiner wirklich alleine gelernt hat und Fragen schnell beantwortet wurden. Doch je näher die Prüfung rückte, desto höher stieg die Nervosität und man fragte sich, ob man ausreichend gelernt hat und deswegen jedes Thema noch einmal durchprügelte. So habe ich persönlich mein Wissen in Form von Beiträgen speziell für diese Abschlussprüfung bereit gestellt. Unter der Organisation von Marc Jaspers wurden Spezialisten einiger Prüfungsthemen berufen, die jeweils online Vorträge über die Themen gehalten haben und Fragen gestellt werden konnten. Obwohl unser Berufsbild als „Ellenbogengesellschaft“ gilt hat man hier eindeutig das Gegenteil bewiesen und sich gegenseitig geholfen, wo man nur konnte.

Der Tag der Prüfung

Doch trotz all der Vorbereitung hatte ich das Gefühl kaum vorbereitet zu sein. Gedanken schossen durch den Kopf, ob man nicht das Falsche gelernt habe, weil man das Thema einfach ganz anders interpretiert hatte und war gedanklich nur noch bei den Prüfungsthemen. Komischerweise habe ich direkt vor der Prüfung sehr ruhig geschlafen. Vermutlich hat mir auch die Erkenntnis geholfen, dass man jetzt eh nichts mehr machen könnte und deswegen Ausruhen die einzige verbleibende Option ist, damit man fit bei der Sache ist.

Nachdem alle ihre Plätze eingenommen haben und anfingen verging die Zeit wie im Flug. Ich kann mich nicht einmal an etwaige Geräusche während der Prüfung erinnern, da man vollends in den Themen versunken war, sodass man sich schon wie ein Zombie, oder eine Maschine vorkam.
Der erste Teilbereich war Wiso, der mir wie das gute alte Windows-Spiel Minesweeper vorkam. Anschließend stand Medienproduktion an, was zum Großteil genau meine Themen waren, in die ich mich auch wirklich reingearbeitet habe, sowie auch diverse Artikel dazu geschrieben habe, um diese weiter zu verinnerlichen. Darauf folgte Konzeption und Gestaltung, welches mir persönlich insgesamt schwerer fällt, als andere Themen, da man gerade bei Gestaltung unterschiedliche Ansichten haben kann und die Eindrücke jedes Einzelnen erst einmal anders sind. Am Ende kommt man zwar schon auf die richtige Lösung, jedoch nicht wenn man nur zehn Minuten pro Aufgabe hat. Drum bin einem roten Faden gefolgt, den ich einfach konsequent durchgezogen habe und damit Plakate niederanalysiert, die ich optisch eigentlich besser fand. Doch da die Aufgabe war ein Plakat anhand der Typografie zu bewerten, war es einfach nur schlecht und als Plakat ungeeignet.

Mein einziger Gedanke vor Kommunikation war nur noch:

Bitte sabbern Sie auf die richtige Antwort

Weil das Gehirn einfach schon stundenlang auf Hochleistung gefahren ist und langsam nach einer längeren Pause schrie, statt diesen 15 Minuten zwischen den Prüfungen. Doch zum Glück war Kommunikation erstaunlich einfach, auch wenn ich gestehen muss, dass sich im Nachhinein der Fehlerteufel in der E-Mail eingeschlichen hat, die man im englischen Teil schreiben musste.

Insgesamt bin ich froh, dass es vorbei ist und habe gemischte Gefühle. Ich habe mich vorbereitet und das nicht zu knapp, jedoch sind manche Fragen hinterhältig gestellt und die Zeit knapp bemessen. Nun folgt die Konzeptionsphase für den praktischen Teil der Prüfung – aber die (schwere) Hälfte ist geschafft!

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